Jetzt Futtervorräte kontrollieren!

Infobrief vom 19.März 2018

■ Institut für Bienenkunde Celle

Überprüfen Sie die Futtervorräte in Ihren Bienenvölkern, die könnten nämlich inzwischen knapp sein! Notfalls muss jetzt eine Notfütterung durchgeführt werden!

Nachdem die Temperaturen Ende Dezember 2017 mit bis zu 14 °C hier in Celle und anderswo ungewöhnlich warm waren und die Bienen durchweg Brut pflegten, kam es seither zweimal zu deutlich winterlichen Temperaturstürzen mit Temperaturen unter -10 °C. Die Bienen konnten zwischenzeitlich ausfliegen und haben immer wieder mit dem Brüten begonnen. Die Brutnester sind zurzeit aber eher klein. Die meisten Völker sitzen zurzeit oben, direkt unter der Folie und dort in 3-6 Wabengassen. Offensichtlich steigen die Temperaturen in den nächsten Tagen wieder an. Die Völker werden aber erst dann deutlich mehr Brut anlegen, wenn sie viel Salweiden-Pollen sammeln können. Danach dauert es bekanntlich mindestens drei Wochen, bis die Brut in einem solchen Umfang schlüpft, dass die Völker auch zu wachsen beginnen. Dabei nimmt auch ihr Futterverbrauch deutlich zu und die Futtervorräte entsprechend schnell ab. Viele Völker haben offenkundig schon jetzt knapp Futter. Sie müssen jetzt den Futtervorrat überwachen und einschreiten, bevor er von den Bienen aufgebraucht ist. Wenn diese vorher zur Neige gehen, droht Ihren Völkern gar der Hungertod.

Führen Sie jetzt eine Futterkontrolle bei all Ihren Völkern durch

Um den Vorrat sicher einschätzen zu können, sollten Sie die Abdeckfolie auf den Völkern dort abziehen, wo das Bienenvolk nicht sitzt und in die Wabengassen schauen. Nicht von den Bienen besetzte Waben sollten jetzt (noch) mit Futter gefüllt sein. Dazu müssen die Waben nicht gezogen werden, denn die verdeckelten Zellen und Futterkränze sind auch so von oben zu erkennen. Eventuell nutzen Sie zur Unterstützung dabei eine Taschenlampe. Wenn die Randwaben leer sind und die mit Bienen besetzten Waben keine Futterkränze haben, muss unbedingt eine Notfütterung durchgeführt werden.

Verschiedene Möglichkeiten der Notfütterung

a) Wenn Sie im Wabenlager keine Futterwaben vorrätig haben, können Sie von den schwereren Ihrer eigenen Völker, die über überschüssiges Futter verfügen und meist auch schwächer sind, eine volle Wabe entnehmen und diese Futterwaben zur Notfütterung ihren anderen Völkern zuhängen.

b) Wenn Ihre Beuten über einen hohen Unterboden verfügen, können Sie Flüssigfutter (eine Zuckerlösung 3:2) dort mit Schwimmhilfe anbieten. Bitte beachten Sie dabei, dass bei Völkern, die in zwei Zargen überwintern, die Bienen oftmals in der oberen Zarge sitzen. Dann

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bekommen die Bienen womöglich keinen Kontakt zum Futter im hohen Unterboden. Dann müssen Sie wie unter c) dargestellt verfahren.

c) Sollten Ihre Beuten mit flachen Böden ausgestattet sein, so müssen Sie in der mit Bienen- besetzten Zarge Platz neben dem Bienensitz schaffen, indem Sie leere Waben herausnehmen. Dort können Sie eine Futtertasche positionieren, in der Sie das Futter mit Schwimmhilfe reichen. Dazu eignet sich notfalls auch eine leere, aber zuvor gesäuberte(!) „Tetra Pak“-Packung. Diese Fütterungshilfe muss an den Bienensitz gestellt werden und die Bienen dahin Kontakt bekommen.

Wenn Sie eine solche Notfütterung durchführen, dann füttern Sie eher mit kleinen Portionen. Zudem sollten Sie dann unbedingt die Fluglöcher wieder einengen, denn die Fütterung könnte eine Räuberei anderer Bienen provozieren. Sollte aufgrund der Außentemperaturen am Tag der Fütterung gar Flugbetrieb der Bienen möglich sein, dann empfiehlt es sich am Abend zu füttern.

Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, dann wenden Sie sich gerne an die Bienenzuchtberater des Institutes:

□ Herrn Guido Eich (Email guido.eich@laves.niedersachsen.de , tel.: 0178 3121853) □ Herrn Ingo Lau (Email wulf-ingo.lau@laves.niedersachsen.de , tel.: 0178 3121846)

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und Spaß mit Ihren Bienen und verbleiben mit den besten Grüßen

Dr. Otto Boecking

LAVES Institut für Bienenkunde Celle

Herzogin-Eleonore-Allee 5, 29221 Celle

 

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